Klanggezeiten

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Michael Ranta, Prof. Dieter Mack & Reso Kiknadse
Improvisierte Neue Musik & Live-Elektronik

Jeder Auftritt ist ein Abenteuer, auf das sich Professor Dieter Mack (Konzertflügel), Michael Ranta (Percussion) und Reso Kidnatse gemeinsam einlassen. Die Wege zueinander, die sich die Musiker mit ihren Instrumentarium bahnen werden behutsam von Anila Ranta mit einer feinen Bildersprache begleitet, die die Musik mit Lichtprojektionen ins Visuelle umsetzt.
Und – es ist nicht irgendein Ensemble, das sich da auf diese Weise der Musik nähert.
Alle Musiker sind absolut hochkarätige Künstler ihres Metiers. Schon ein flüchtiger Blick in ihren Lebenslauf gibt darüber Auskunft

Anfangs herrscht Stille im Raum, dann beginnt das Konzert mit kleinen Glocken, einem Gong, einer tiefe Trommel. Der Konzertflügel antwortet mit Klängen, die man von diesem Instrument eigentlich gar nicht erwarten würde. Diesen Dialog verändert die Live-Elektronik subtil und dennoch konsequent. Die eigentümliche Stimmung, die die Musiker so erzeugen lässt sich vielleicht noch am ehesten mit dem Wort „meditativ“ umschreiben, und wird durch die Bildcollagen noch gesteigert.

Die Töne schwellen an, werden laut und eindringlich und versinken wieder in der Stille, um von neuem an die Ohren der Zuhörer/innen zu branden, die Teil dieses Abenteuers aus Klang sind.

Ebbe und Flut – Gezeiten - Klanggezeiten.

Das Publikum, das sich auf diese Klanggezeiten einlässt, erlebt die Musik von einer ganz neuen, ungewohnten, hoch spannenden Perspektive aus.


Michael Ranta,
geboren 1942 in Minnesota (USA) studierte an der Universität Illinois Komposition bei L. Hiller und H. Brün, Schlagzeug bei J. McKenzie und T. Siwe und bei R. Horrowitz an der Metropolitan Opera in New York.

In den Jahren 1960 – 68 arbeitete er zusammen mit Harry Partch, hatte einen Lehrauftrag an der Interlochen ArtsAcadamy in Michigan und spielte in verschiedenen Orchestern wie New Orleans Philharmonic, San Diego Symphony, Santa Fe Opera und Chigaco Littel Symphonie.
Von 1967 bis 1970 arbeitete in Deutschland mit Kagel, Lachenmann, Riedl und Stockhausen.
In den Jahren danach führte er Stockhausens Arbeiten im Deutschen Pavillon der EXPO 1970 in Osaka auf, wirkte im Studio für Elektronische Musik des NHK in Tokyo mit, komponierte zu den Olympischen Spielen 72 in München einen „Multi-Media Environment“-Raum.
Anfang der 70iger Jahre ging Ranta nach Asien, wo er Professor für Musik an der Hwa-Gang Fine Arts Highschool wurde und auch viele Konzerte gab.
Ende der 70iger Jahre kehrt Ranta wieder nach Köln zurück, gründet die Schlagzeug-Gruppe TRANSIT.

Solo Auftritte mit Werken von Jean-Claude Eloy auf folgenden Festivals: Avignon, SIGMA (Bordeaux) HOLLAND FESTIVAL, INVENTIONEN (Berlin), EXPO 1985 (Tsukuba) MUSICA (Straßburg) WARSAW AUTUMN (Warschau), FESTIVAL d’AUTOMNE (Paris) und DONAUESCHINGEN:
1989 wird er beauftragt, Musik für „Die Mauer“ für das Ballet Ulm zu komponieren, ebenfalls schreibt er die Musik zum Dokumentarfilm von Jaroslav Poncar: „Tibet – Das Tor zum Himmel“.
1998 tritt Ranta solo im Kölner Dom auf zur Feier des 750. Jahrstages der Grundsteinlegung mit „Die Steine der Singenden“ von Günther Oellers.
2005 stellt er das Werk „Yuen Shan“ für 4 Schagzeuge und Tonband fertig.


Dieter Mack

1954 geboren in Speyer, Rheinland-Pfalz
Von 1975-1980 studierte er an der Musikhochschule Freiburg (Komposition bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough; Musiktheorie bei Peter Förtig; Klavier bei Rosa Sabater). 1980/81 erhielt er ein Stipendiat der HSS und hat seit 1980 verschiedene Lehraufträge für Musiktheorie, Improvisation und balines. Musik an den Musikhochschulen Freiburg, Trossingen, Basel und der Uni Freiburg. Seit 1986 ist Mack Professour für Musiktheorie/Gehörbildung an der MuHoSchu Freiburg.

Ab 1978 verbrachte er verschiedene Studienaufenthalte auf Bali, Südindien und Japan, 1982 gründet er eines Ensembles für balinesische Musik an der Musikhochschule Freiburg
seit 1980 Mitglied des Stuttgarter Ensembles ExVoCo (Ltg. Dr. E. Liska)
1991wurde Dieter Mack "Composer in Residence" an der School of Music, Victoria University, Wellington, Neuseeland, 1992-1995 erhielt er eine Gastdozentur (über DAAD) an IKIP-Bandung, Indonesien und arbeitete in der nationalen Lehrplankommission Indonesiens mit.
Seit 1995 folgten weitere Kurzzeit-Gastdozenturen in Indonesien, vor allem an UPI – Bandung (ex IKIP), Mitwirkung in einem Forschungsprojekt der Ford Foundation bezüglich der Dokumentation traditioneller Musikkulturen in Indonesien und deren didaktischer Aufbereitung für den Musikunterricht.
1997/ 98 war er Mitverantwortlicher des Projekts CATUR YUGA (kulturelles Zusammenarbeits projekt zwischen Bali/ Indonesien, Basel/ Schweiz, Freiburg/ Deutschland) und ist seit 1999 Gastdozent im Aufbaustudiengang „Komposition“ an der Kunstakademie STSI-Surakarta.
Seit 2003 hat er eine Professur für Komposition an der Musikhochschule Lübeck inne und war zwischen 2003-2006 beratender Mitarbeiter beim „Haus der Kulturen der Welt“ in Berlin, dort war er 2005 Kurator für das Gamelanfestival im Rahmen des Südostasienfestivals „Räume und Schatten“.
2007 hielt er Gastkurse am Zentralkonservatorium Beijing/China, University of Illinois/Urbana und hatte einen Lehrauftrag am musikwissenschaftlichen Seminar der Uni Heidelberg und gab Kompositionskurse in Weikersheim.
2008 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg Vizepräsident der Musikhochschule Lübeck Kommissionstätigkeiten beim DAAD, Goethe Institut, Künstlerhaus Schreyhahn


Reso Kiknadze

1960 geboren und aufgewachsen in Tiflis, Georgien.
1977 - 82 Studium der Altphilologie an der Universität in Tiflis. Interessierte sich nebenbei für Jazz, spielte Saxophon in der Big-Band des Georgischen Rundfunks, später – im Quintett des Tiflisser Konservatoriums, Auftritte an Jazz-Festivals in Georgien und außerhalb (Tallin, Vilnius etc.), Konzerte, Rundfunkaufnahmen etc.
81-90 nahm er Kompositionsunterricht bei Michael Shugliashvili (1941-1996), - einem der wichtigsten Vertreter des (damals recht unterdrückten) progressiveren Teils der georgischen Musik, dem großartigen Komponisten, Pädagogen, Denker, und Freund.
86-90 folgte das Kompositionsstudium am Konservatorium in Tiflis. Nebenbei interessierte sich Reso Kiknadze für traditionelle georgische Musik, gründete mit und sang im Chor der Antschiskhati-Kathedrale zu Tiflis.
1991 kam er nach Deutschland, lernte in Lübeck Prof. Dr. Friedhelm Döhl kennen und wurde sein Student an der Musikhochschule Lübeck
Ab 93 studierte parallel auch die Elektroakustische Musik bei Prof. Dirk Reith und arbeitete als Assistent am Elektronischen Studio der Musikhochschule.
Von 92 bis 94war er Mitglied des Improvisationsensembles "Nuova Sonanza" und arbeitete mit dem Butoh-Tanztheater "tatoeba - theatre dance grotesque" (Berlin) zusammen.
93 erhielt er den Preis der Marie-Louise-Imbusch-Stiftung.
97 folgt der Kompositionspreis der Neuen Akademie Braunschweig.
98 macht er das Kompositionsdiplom, weiteres Studium an der Musikhochschule Lübeck folgt
Seit 2000 arbeitet Kiknadze mit dem zeitgenössischen Tanztheater ‘TanzOrt Nord zusammen. (2000 - „Maria Magdalena“ 2001 - „Cumulus“; 2002 - „DisTanz“)

Jetzige Tätigkeiten:
- Lehrauftrag am elektronischen Studio der Musikhochschule Lübeck
- Lehrauftrag für Saxophon und Improvisation an der Lübecker Musikschule
- Auftritte als Saxophonist in unterschiedlichsten Formationen für Jazz, Neue Musik, Freie Improvisation etc.
- Verschiedene gemeinsame Projekte mit Künstlern aus anderen Bereichen (Tanztheater, Bildende Kunst, Dichter, Schauspiel etc).


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